Verdiente Anerkennung für Matthias Woll

Der Gründer des Fördervereins wurde auf der Mitgliederversammlung mit großem Beifall bedacht / Dieter Woll appelliert an alle Borussen: „Werdet Teil des Fördervereins!“

Unser Bild: Seit Jahrzehnten mit ganz viel Herzblut und Engagement treu an der Seite der Borussia – die Brüder Matthias (li.) und Dieter Woll mit ihren Familien. (Foto: -jf-)

Das Thema lag Dieter Woll besonders am Herzen. „Dass die Borussia bis heute über die Runden gekommen ist, hat sie auch dem Förderverein zu verdanken. An ihn möchte ich heute nochmal erinnern“, sagte der 78jährige Industriekaufmann und langjährige Repräsentant des Unternehmens MAN im Saarland am Ende der Mitgliederversammlung. Und brachte den anwesenden Borussen auch gleich einen Antrag mit, durch den sie mit einem Mindestbeitrag von 5,- Euro pro Monat dem 2000 gegründeten Förderverein beitreten können. Dieter Wolls Wunsch: „Es ist natürlich jedem freigestellt, diesen Betrag noch höher zu gestalten.“ Stehende Ovationen gab es anschließend für den Gründer des Fördervereins, Matthias Woll – zurecht, denn was das der mittlerweile 85jährige, den man ohne zu übertreiben als „Mister Borussia“ bezeichnen kann, für diesen Verein geleistet hat, verdient höchste Anerkennung!

Matthias Woll, der seit 1948 Borussen-Mitglied ist, hat seinen Herzensclub in schwierigen Zeiten und finanziellen Sorgen nie im Stich gelassen. Schon sein Großvater hat die Borussia unterstützt. Doch Matthias Woll möchte in seiner Bescheidenheit das Sponsoring nicht an die große Glocke gehängt wissen: „Wenn man ein echter Borusse ist, ergibt sich das automatisch“, hat er lapidar in „Mythos Ellenfeld“, der Festschrift des Vereins zum 100jährigen Bestehen, festgestellt. Selbst Fußball gespielt hat er nur in der Jugend, zusammen mit Horst Meurer und Armin Fries unter Jugendleiter Kurt Gluding und Trainer Erich Leibenguth. Dann gab der Großhandelskaufmann und Unternehmer aus beruflichen Gründen das Kicken auf, brachte sich aber in der Gremienarbeit des Vereins als Ältestenrats- und Aufsichtsratsmitglied ein, ehe er 1997 zum Vorsitzenden der Borussia bestellt wurde.

Die Erinnerung an die alten Zeiten sind immer noch lebendig. „Nach dem Krieg, als wieder Fußball gespielt wurde, fuhren wir mit dem Lkw, auf dessen Ladefläche Obst- und Bananenkisten als Sitzgelegenheiten für etwa 20 Fans dienten, zu Spielen nach Pirmasens oder Saarbrücken. Das hat uns als Kinder geprägt, ja uns regelrecht mit dem Borussen-Virus infiziert“, erinnert sich „de Matze“, wie ihn seine Freunde nennen. Fans der Borussia sind sie alle, die ganze Familie mit all ihren Verästelungen seit fünf Generationen. Kein Wunder, denn „im Elternhaus wurde montags und dienstags ein Thema immer besonders gepflegt: Das zurückliegende Spiel der Borussia. Ab Mittwoch verhackstückten wir dann schon die kommende Partie“, berichtet Dieter Woll, der seit 1954 Vereinsmitglied ist, zweiter Vorsitzender war und von 1997 bis 2003 dem Aufsichtsrat vorstand. Unvergesslich und gleichzeitig symptomatisch die Episode, als Dieter Woll für den Abschlussball in der Tanzschule Geld bekam und es kurz entschlossen für eine Reise im Sonderzug nach Düsseldorf verwendete, wo die Borussen 1961 als Südwest-Vizemeister in der damals noch durchgeführten Qualifikationsrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft gegen Werder Bremen antreten musste.

Die Wolls waren in ihren Vereinsämtern immer mit Leidenschaft tätig, aber genauso mit scharfem Blick für die Realitäten und das Machbare. „Die Situation im wirtschaftlichen Umfeld war und ist schwierig. Wir müssen uns an den zur Verfügung stehenden Mitteln orientieren. Mit mir werden keine Drahtseilakte mit doppeltem Boden, aber ohne Netz gemacht“, verkündete Matthias Woll bei seinem damaligen Amtsantritt als Präsident. Diese Aussage trifft auch die volle Zustimmung des neuen Präsidiums. Sportvorstand Gunther Persch zieht, stellvertretend für das Vorstandsteam, den Hut vor dem, was Matthias Woll für die Borussia getan hat und immer noch tut: „Matthias Woll ist Borussia! Er steht hinter dem Verein, ist nicht nur ein väterlicher Ratgeber, sondern auch ein Freund, der zuhört und ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat. Ein Mann der Tat, der hilft und anpackt, und dazu ein stets positiv denkender Mensch. Dafür gilt ihm großer Dank und die Hochachtung aller Borussen.“ Der große Beifall der Borussen-Mitglieder untermauerte mit Nachdruck Gunther Perschs Statement. Darüber freuten sich Matthias und Dieter Woll natürlich sehr, aber noch mehr freuen würden sie sich über zahlreiche neue Anträge auf Mitgliedschaft für den Förderverein! (-jf-)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*