Dirk Dollmann neuer ehrenamtlicher Teammanager

Seit 50 Jahren Fan der Borussia / Was ihn antreibt: Die Liebe zur Borussia und: „Im Verein sind Menschen tätig, die ich gerne unterstütze“

Unser Bild: Dirk Dollmann ist im Ellenfeld kein Unbekannter. Seit 50 Jahren schlägt sein Herz für die Borussia, immer wieder hat er den Verein tatkräftig unterstützt. Jetzt will er als Teammanager an einer erfolgreichen Zukunft mitbauen. (Foto: -jf-)

Wahrlich nicht zu beneiden war seit geraumer Zeit Jörg Eisenhuth, Borussias „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“, füllte er doch weit mehr als nur die Stelle des Jugendleiters im Ellenfeld aus. Verbandsarbeit, Spieltagsorganisation, Betreuung der „Rekordjagd-Aktion“ mit dem Verkauf von 18.505 Karten für das virtuelle Spiel der Borussia und viel „Kleinarbeit“ nebenher – all das brachte das ehrenamtlich äußerst engagierte Vorstandsmitglied der Borussia ganz schön ins Schnaufen. Doch jetzt ist Unterstützung da! Ab sofort fungiert Dirk Dollmann als Teammanager der Borussia, für Jörg Eisenhuth eine erhebliche Entlastung, für die Borussia bei der Vielzahl an zu bewältigenden Aufgaben ein Plus an dringend benötigter Manpower.

Dirk Dollmann hat den Vorteil, dass er Umfeld und DNA der Borussia „von der Pike“ auf kennt. Schon seit längerem ist er im Ellenfeld im Einsatz, ist hier und da helfend tätig, „aber mehr im Hintergrund“, sagt der 58jährige, der aus familiären Gründen bisher kein offizielles Amt bei der Borussia angenommen hat. Doch alles hat seine Zeit. Seine Bereitschaft, jetzt in die Arbeit des Teammanagers einzusteigen, hat gleich mehrere Gründe. „Zum einen meine alte und lange Liebe zur Borussia. Seit 50 Jahren bin ich Fan des Vereins, der mir viel gegeben hat, wofür ich jetzt gerne auch etwas zurückgebe. Zum anderen sehe ich bei der Borussia Menschen am Werk, die sich nicht über den Verein profilieren wollen, sondern alles tun, um den Club am Leben zu erhalten, um die schwierige finanzielle Situation in den Griff zu bekommen und die Borussia sportlich wieder nach vorne zu bringen. Das entspricht total meiner Mentalität, und deshalb habe ich mich gerne bereit erklärt, mich in ein solches Team einzubringen“, so der neue Teammanager, dessen Aufgabengebiet recht vielfältig ist: Kontakt zum Verband und zu anderen Vereinen, Spieleranmeldung und -abmeldung, Unterstützung des Trainers sowie Organisation rund um die Spieltage stehen auf der Agenda.

Dass sein Herz im Borussen-Takt schlägt, hat Dirk Dollmann seinem Vater zu verdanken. „Er hat mich im Alter von 8 Jahren zum ersten Mal mit ins Ellenfeld genommen. Dort haben wir in der Spieser Kurve gestanden, ich mit meiner kleinen schwarz-weißen Fahne, die die Mama genäht hatte. Viel vom Spiel habe ich als kleiner Knirps zwar nicht gesehen, aber die Atmosphäre in der vollen Kurve hat mich schwer beeindruckt“, erinnert sich Dirk Dollmann an seine „Initiationserlebnisse“. Und noch etwas ist ihm im Gedächtnis haften geblieben: „Anfangs ist mein Vater mit meinem Bruder und mir immer mit dem Zug aus unserem Heimatort Fischbach nach Neunkirchen gefahren.“ In Neunkirchen angekommen war der Fußmarsch zum Ellenfeld unvergesslich: „Das waren richtige Menschenmassen, dir sich damals zum Stadion wälzten.“ Als die Dollmanns später mit dem Auto anreisten, parkten sie meist oberhalb der Gegengerade im Wohngebiet und sind über einen kleinen Pfad vom Altseiterstal her zur Spieser Kurve hinuntergelaufen. Der erste Blick ins Stadion, die vielen Fahnen und die Borussia-Rufe verursachen bei Dirk Dollmann heute noch Gänsehaut.

Das Pokalspiel gegen den VfB Leipzig, das die Borussia am 10. August 1996 im Ellenfeld nach einem wahren Fußballkrimi inklusive Elfmeterschießen mit 6:5 gewann, bezeichnet Borussias neuer Teammanager als sein bislang schönstes Spiel. „Das war Spannung pur, dazu noch der nach der Pause einsetzende Gewitterregen mit Spielunterbrechung. Das Spiel hatte auf jeden Fall mehr als die 1800 Zuschauer, die damals im Stadion waren, verdient“, erinnert sich Dirk Dollmann an jene hochdramatischen 120 Pokalminuten, in denen Frank Peter Seibert die Borussen per Kopf in Führung gebracht hatte (44.), ehe Kujtim Shala für die Gäste aus Ostdeutschland unmittelbar vor dem Ende der regulären Spielzeit ausgleichen konnte. Mit dabei im Borussen-Trikot: Sascha Purket im Tor, Adetunji Adeyemi, Dimitri Papava, Valentin Valtchev, Catalin Racanel und der Nigerianer Ojokojo Torunarigha – Namen und Gesichter, die Dirk Dollmann immer noch präsent sind. Auch den Stern Jay Jay Okochas hat er im Ellenfeld aufgehen sehen. „Sein Weggang war schade, aber nicht aufzuhalten. Wenigstens ist er dann zur Frankfurter Eintracht gegangen – ein Club, dem noch heute meine Sympathien gehören. Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein waren schließlich die sportlichen Idole meiner Jugend“, berichtet er. Der Abstieg 2017 aus der Oberliga mit der 0:1-Heimiederlage gegen den FSV Salmrohr war der negative Höhepunkt seiner „Fan-Karriere“, doch Salmrohr verbindet Dirk Dollmann auch mit einem sehr emotionalen Erlebnis: „2002 sind wir in Salmrohr mit einem 3:0-Sieg Meister geworden und in die Regionalliga aufgestiegen!“

Dass ein Aufstieg, sprich: Rückkehr in die Oberliga, derzeit nicht einfach zu realisieren ist, schätzt Dirk Dollmann realistisch genug ein: „Der eingeschlagene Weg mit jungen, hungrigen Talenten nachhaltig zu arbeiten, ist für die Borussia alternativlos. Der jüngste Weggang von zum Beispiel Kristof Scherpf, den wir aus sportlichen und menschlichen Gründen gerne weiter in unseren Reihen gehabt hätten, zeigt aber auch, wie schwierig es ist, das Konzept, eine Mannschaft aufzubauen und Spieler längerfristig an die Borussia zu binden, durchzuhalten.“ Den Trainingsauftakt hat er vorsichtig optimistisch beobachtet. „BUILD THE FUTURE“ steht in großen Lettern auf seinem hellgrauen T-Shirt. Dirk Dollmann jedenfalls will in seiner neuen Funktion an einer erfolgreichen Zukunft der Borussia mitbauen. Und mitkämpfen, denn er weiß: Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und letzteres ist für Dirk Dollmann die schlechteste aller Optionen!

Die Borussia begrüßt Dirk Dollmann ganz herzlich, dankt ihm für die Übernahme des neuen Amtes und wünscht ihm in seiner Tätigkeit als Teammanager viel Glück, Erfolg und Freude! (-jf-)

2 Kommentare

  1. Danke lieber Dirk Dollmann,
    wünsche dir gutes Gelingen und freue mich, dass du für unsere
    Eintracht, die den dt. Fussball in letzter Zeit europäisch gut
    vertreten hast, auch Sympathie zeigst! Hoffe, dass die Borussia
    mal wieder ‚höher’spielt!
    Gruß aus Frankfurt Werner Bohr

    • Hallo Werner,
      Vielen Dank für deine guten Wünsche. Vielleicht gelingt es uns irgendwann, dass die Eintracht wieder einmal im Ellenfeld aufläuft. Dabei denke ich natürlich an ein Freundschaftsspiel. Das würde der Borussia sehr gut tun!
      Viele Grüße vom Ellenfeld
      Dirk

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